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Direkte Durchtrennung des Ellennerven

Ulnarisdurchtrennung

Durch Sägeblätter, aber auch durch Fleischermesser und vergleichbare Mechanismen kann es im Bereich des Ellenbogens oder des körpernahen Unterarms zu Durchtrennungen des Ellennervs kommen.

Eine entsprechende Versorgung des Ellennervs ist zeitnah zum Unfall unbedingt geboten. Hierdurch lassen sich zumindest die Schäden begrenzen, wenn auch eine völlige Wiederherstellung nicht möglich ist. Bei der gutachterlichen Untersuchung sind neben dem Umfang der Schädigung des Ellennervs auch Begleitschäden festzustellen.

Diese können in Mitdurchtrennung der den Ellennerv begleitenden Muskulatur liegen. Nicht selten lässt sich jedoch auch ein starker, funktionell sehr störender Neuromschmerz feststellen, oder gar ein regionales Schmerzsyndrom (CPRS II).

Gerade bei vollständiger Durchtrennung des Ellennervs ist auch nach operativer Versorgung ein völliger Funktionsausfall des Nervs innerhalb eines Zeitraums von 6 – 12 Monaten zu erwarten.

Durchtrennung Nervus ulnaris Ellenbogen Die Abb. zeigt eine schon mehrere Wochen alte Durchtrennung des Ellennerven (Nervus ulnaris) bei einem Fleischer.

(Arbeitsunfall)

Wird der Nerv genäht, so wächst die Nervenbahn von der Nahtstelle mit einem Tempo von etwa 0,5 bis 1 mm pro Tag aus (die Geschwindigkeit der Regeneration ist vom Alter des Verletzten abhängig).

Bereits bei oberflächlicher Abschätzung wird deutlich, dass im ersten Zeitinterwall zwischen 6 und 12 Monaten ein vollständiger Nervenverlust trotz operativer Versorgung zurückbleiben muss. Dies ist unbedingt in der Schätzung der MdE zu berücksichtigen.

Nach den MdE – Erfahrungswerten wird für einen vollständigen Verlust des Ellennervs (N. ulnaris) in Höhe des Ellenbogengelenkes eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von 25 v. H. vorgeschlagen. Bei wesentlichen Begleiterkrankungen oder Verletzungen muss die MdE – Schätzung entsprechend angepasst werden. Besonders ist hier ein CPRS II oder ein funktionell störender Neuromschmerz zu berücksichtigen.

Gerade in der Phase des völligen Sensibilitätsverlustes kommt es in den nicht sensiblen Handarealen häufig zu Begleitverletzungen, die schlecht heilen oder sich gar infizieren. Der Verletzte mit nicht sensiblem Hautareal spürt die Verletzung oder ggf. die beginnende Infektion nicht.
Auch solche Schäden sind bei der Schätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit mit zu berücksichtigen.

Frommet-Zeichen Bei der Lähmung des Nervus ulnaris (Ellennerven) beobachtet man das Frommet Zeichen

Beim Fassen eines schmalen Gegenstandes wird der Daumen nicht einfach gegen den Zeigefinger gepresst, sondern muss im Endgelenk gebeugt werden. (gelber Pfeil)

Der Musculus adduktor pollicis (roter Pfeil) ist gelähmt!
in Kürze:

die komplette Durchtrennung des Ellennerven (Nervus ulnaris) im Bereich des Ellenbogen, des Unterarmes oder der Hand, führt zu einem gravierendem Funktionsverlust im Bereich der Hand.

Die MdE - Schätzung muss event. Begleitstörungen wie z. B. Neurombildung oder ein regionales Schmerzsyndrom (CRPS II) mit berücksichtigen.

Dr. Kurt Steffens Chefarzt Handchirurgie Kath. Kliniken  Heidbergweg 22-24    45257 Essen    Tel. 0201 455 1421

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