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Begutachtung der Radiusfraktur (Speichenbruch)

 
Der Bruch der Speiche (Radius) in der Nähe des Handgelenkes ist der häufigste Bruch des Menschen überhaupt.
Er entsteht meist durch Sturz auf das gestreckte Handgelenk. Gemeinsam mit der Speiche (Radius) kann es auch zum Bruch der körperfernen Elle oder zum Abbruch des Griffelfortsatzes der Elle kommen.

Handgelenk in schematischer Darstellung Die Abb. erlaubt eine Orientierung der wichtigsten Knochen am Handgelenk

In diesem Zusammenhang sollen die medizinischen Aspekte, die für die Begutachtung von Verletzten wichtig sind, herausgestellt werden.

Im Hinblick auf die Begutachtung ist beim Speichenbruch die Schadensfeststellung nicht immer ganz einfach, da sowohl Schäden durch den primären Bruch als auch öfters Begleitverletzungen (z.B. Bandschäden) oder Operationsfolgen zu beurteilen sind. Darüber hinaus kann der Schweregrad einer Speichenfraktur (Radiusfraktur) sehr stark variieren:

Auch wenn alle Speichenbrüche unter dem Begriff Speichenfraktur oder Radiusfraktur subsumiert  werden, so ist dieses Verletzungsbild ganz außerordentlich vielfältig.  

Dies sei an drei Beispielen erläutert:

Einfacher Speichenbruch (Bruchlinie außerhalb des Gelenkes) die Abb. zeigt eine Radiusfraktur (roter Pfeil) die kaum verschoben ist, die einfach durch Gipssruhigstellung behandelt werden kann und die eine sehr gute Prognose für die spätere Funktion hat.
Trümmerfraktur der Speiche Die Abb. zeigt eine Radiusfraktur mit starker Trümmerzone. Die Gelenkfläche ist zerstört.

Die Behandlung muss operativ erfolgen. Eine völlige Wiederherstellung ist kaum möglich. Die Nachbehandlung ist langwierig. Die Gefahr einer späteren Arthrose (Gelenkverschleiß) ist hoch
Abbruch des Griffelfortsatzes der Speiche Vordergründig ist dieser Abbruch des Griffelforsatzes der Speiche (Prozessus styloideus radii) einfach.

Hier ist jedoch ebenfalls die Gelenkfläche von der Fraktur betroffen. Zudem ist bei diesem Bruchtyp häufig auch eine Schädigung eines Bandes im Handgelenk vorhanden

 

 

in Kürze:

Unter dem Terminus Radiusfraktur (Speichenbruch) werden eine Vielzahl höchst unterschiedlicher Verletzungen an der Speiche zusammen gefasst. Das einziges gemeinsames Merkmal ist  eine Kontinuitätsunterbrechung der handgelenksnahen Speiche.

Je nach Verletzungstyp und Begleitverletzung ist die Behandlungsdauer aber auch die Prognose sehr variant.

Dr. Kurt Steffens ehemaliger Chefarzt Handchirurgie Kath. Kliniken  Heidbergweg 22    45257 Essen    Tel. 0173 2683610

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