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Ein Karpaltunnelsyndrom kann durch einen Unfall verursacht werden!

Andererseits ist das Karpaltunnelsyndrom jedoch auch eine ausgesprochen häufige Erkrankung:

Unter einem Karpaltunnelsyndrom versteht man eine "Nerveneinklemmung" an der Hand.

In Höhe des Handgelenkes spannt sich zwischen Daumen- und Kleinfingerballen ein breites Band aus. Dieses Band ist das Dach eines Kanals (Karpaltunnel), der u. a. einen wichtigen Handnerven - den Nervus medianus - enthält.

offener Karpalkanal in grafischer Darstellung zwischen den beiden Pfeilen liegt der Karpalkanal

Hier ist das Dach des Karpalkanales durchtrennt und der Nervus medianus (gelb) ist sichtbar

Beim Karpaltunnelsyndrom ist dieser Karpalkanal zu eng und es wird auf den Nerven Druck ausgeübt oder der Inhalt des Karpaltunnels ist vermehrt (z.B. durch einen Tumor) und es entsteht daher Druck auf den Nerven

Um die Abwägung des ärztlichen Gutachters pro oder contra eines Unfallzusammenhanges zu verstehen, sei hier ein kurze medizinische Erläuterung vorangestellt:

Schema des Karpalkanals mit Karpalknochen

Stellen Sie sich anschaulich bitte den Karpalkanal wie eine Röhre - einen kleinen Tunnel - vor. (Abb. links)

Dieser Tunnel wird am Boden und an den beiden Seiten durch Knochen gebildet, das Dach des Karpaltunnels wird von einen sehr straffen Band gebildet.

in der Abb. ist die gelb hervorgehobene Struktur der Nervus medianus

MRT des Karpaltunnels im Querschnitt Die Abb. links zeigt den Karpalkanal in einer Kernspinntomografie.
Bitte beachten Sie auch hier, dass der Boden des Karpalkanals und die beiden Seiten von Knochen umgeben sind.

Stellen Sie sich jetzt anschaulich vor, dass durch einen Unfall einer der Knochen – oder ein Bruchstück eines Knochens – in der Karpalkanal hinein gedrückt wird.

Es ist in dieser anschaulichen Vorstellung leicht zu verstehen, dass hierdurch der Karpalraum eingeengt wird. Dies verstärkt den Druck auf den Nervus medianus und ein Karpaltunnelsyndrom (posttraumatisches Karpaltunnelsyndrom) entsteht.

Besonders häufig führen verschobene Speichenbrüche (Radiusfrakturen) und Kahnbeinbrüche zu einem unfallbedingten Karpaltunnelsyndrom

Dies ist leicht verständlich wenn man bedenkt, dass die Handwurzelknochen und das körperferne Ende der Speiche den knöchernen Rand bzw. den Boden des Karpaltunnels bilden.

Das Karpaltunnelsyndrom kann aber auch durch eine Vielzahl anderer unfallunabhängiger  Ursachen entstehen:

Wucherung der Sehnenscheiden im Karpalkanal (sehr häufig)

familiär bedingte Enge des Karpaltunnels

hormonelle Ursachen (Diabetes, Menopause, Schilddrüsenerkrankungen....)

rheumatische Erkrankungen

Nierenerkrankungen (besonders Dialyse)

Tumore im Karpaltunnel 

in Kürze:

Der Karpalkanal (oder auch Karpaltunnel) ist eine röhrenartige Verbindung zwischen Unterarm und Hand.

Im Karpalkanal befinden sich der Nervus medianus und 9 Beugesehnen mit ihren Beugesehnenscheiden

Kommt der Nervus medianus im Karpalkanal unter Druck, so entsteht ein oft recht schmerzhaftes Nervenkompressionssyndrom das Karpaltunnelsyndrom genannt wird

(Häufig in der Medizin abgekürzt als CTS oder KTS)

Wird durch ein Trauma der Karpaltunnel eingeengt, so spricht man von einem post traumatischen Karpaltunnelsyndrom

Dr. Kurt Steffens Chefarzt Handchirurgie Kath. Kliniken Heidbergweg 22-24   45257  Essen

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