Begutachtung des Diskus im Handgelenk
 Einleitung medizinische Aspekte Zusammenhangsfrage MdE-Schätzung  
Home Datenschutz Impressum

Anatomie des Diskusschaden im Handgelenk

Für den "Diskus" im Handgelenk werden viele Bezeichnungen gebraucht:

Discus triangularis

ellenseitetiger Faserknorpel

Discus ulnocarpalis

TFCC

Unter dem Diskus des Handgelenkes versteht man eine knorpelige Scheibe, die ähnlich geformt ist wie der Diskus eines Sportlers. Anders als bei Diskus des Sportlers findet sich bei Diskus des Handgelenkes die dünnste Stelle in der Mitte und die dicksten Zonen am Rand. (Dort wo der Diskus an Elle und Speiche fixiert ist)

Der Diskus ist zwischen dem körperfernen Ende und der ellenseitigen Handwurzel eingelagert und zwischen der Speiche und dem Griffelfortsatz der Elle fixiert.

Handgelenk und Diskus (TFCC) Könnte bei einer normalen Röntgenaufnahme der Diskus gesehen werden, so sähe man ihn zwischen dem Ellenende und den Handwurzelknochen  (Abb. links)

Eine wesentliche Aufgabe des Discus ulnocarpalis besteht darin, eine Art "Stoßdämpfer" zwischen dem Ellenkopf und der Handwurzel zu sein

Besonders bei Stürzen auf das gestreckte Handgelenk kommt der Diskus  unter starke Druckbelastung und kann hierbei reißen. Seine Aufgabe besteht ja gerade darin, in solchen Situationen einen direkten Kontakt zwischen den Knochen der Handwurzel und dem Ellenkopf zu vermeiden

Auch bei sehr starken (weit über das normale Maß hinausgehenden) Drehbewegungen kann der Diskus abreißen; denn seitlich ist diese Knorpelscheibe (Diskus ulnocarpalis) am Griffelfortsatz der Elle und an der ellenseitigen Rand der Speiche fixiert. (Abb. oben)

Der Discus ulnocarpalis kann auf sehr unterschiedliche Weise geschädigt werden:

A) Degenerative Schäden :

Der Dicus ulnocarpalis ist vielfältigen Verschleißprozessen ausgesetzt. Degenerative Schäden finden sich besonders häufig im zentralen Abschnitt des Dicus ulnocarpalis.  Bei kernspintomographischen Untersuchungen lässt sich etwa bei jedem zweiten Fünfzigjährigen ein solcher zentraler Discusschaden degenerativer Genese feststellen.

B) Traumatische Schäden :

Traumatische Schäden sind meist Abrissverletzungen des Discus an dessen Verankerungsstellen. Entweder an der Speiche, oder am Griffelfortsatz der Elle.

Oft, aber nicht immer, ist der Abriss ein sehr schmerzhaftes Ereignis, das relativ kurz nach der Verletzung den Verletzten in ärztliche Behandlung zwingt zumindest aber bei handwerklich tätigen die Aufgabe der Arbeit erzwingt

Problematisch ist, dass selbst bei einer früh durchgeführten ärztlichen Untersuchung auf dem normalen Standard-Röntgenbild des Handgelenkes der Diskus nicht zu erkennen ist (ähnlich wie bei einer Knieaufnahme der Meniskus nicht zu erkennen ist).

Die einzige Möglichkeit eine Discusverletzung zu erkennen ist die Kernspintomographie (MRT) oder die arthroskopische Untersuchung.

Diskus im MRT (dargestellt ist ein intakter Diskus)  Der Vorteil der MRT : gute Übersicht über alle Weichteilstrukturen im Gelenk und nur geringe Belastung für den Patienten; aber nur Diagnostik und keine Therapie
 
Nebenstehende Abb. (MRT) zeigt einen intakten Diskus (blauer Pfeil)

Vorteil der Arthroskopie:

Besonders bei der Arthroskopie kann der Typ der Diskusschädigung gut erkannt werden und oft kann gleichzeitig auch arthroskopisch operiert werden. Bei gleichzeitig durchgeführter Therapie kann auch aus dem Verletzungsbereich eine Gewebeprobe entnommen und histologisch (mikroskopisch) untersucht werden.

Hier lässt sich dann auch mittels der Gewebeprobe oft zwischen einem degenerativen Schaden und einer Traumafolge unterscheiden.

in Kürze:

Der Diskus im Handgelenk ist eine knorpelige Scheibe, die zwischen dem körperfernen Ende der Elle und der Speiche ausgespannt ist.

Der Diskus dient als Stoßdämpfer bei Stürzen und extrem Drehbewegungen zwischen dem Ellenende und den Handwurzelknochen

Geschädigt werden kann der Diskus sowohl durch Traumen als auch durch degenerative Prozesse

Dr. Kurt Steffens ehemaliger Chefarzt Handchirurgie Kath. Kliniken  Heidbergweg 22    45257 Essen    Tel. 0173 2683610

 Einleitung medizinische Aspekte Zusammenhangsfrage MdE-Schätzung 
 Home Datenschutz Impressum