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Das Mondbein bei der Begutachtung einer BK-2103 Das Mondbein ist, wie das Kahnbein, einer der 8 Handwurzelknochen. Die besondere Bedeutung des Mondbeines besteht darin, dass Teile des Mondbeines sowohl gegenüber der Speiche, als auch der Elle liegen.
Die Mondbeinnekrose wurde 1910 von Kienböck bereits beschrieben. Auch heute, rund 100 Jahre später, ist die Ursache der Mondbeinnekrose unbekannt, und viele Theorien zu ihrer Entstehung werden in der Handchirurgie diskutiert. Eine hier für die BK 2103 wichtige Genese ist die wiederholte Mikrotraumatisierung, wie sie beispielsweise bei Arbeiten mit einem Presslufthammer auftritt. Die Betroffenen verspüren dann im Bereich des Handgelenkes Schmerzen, die durch Belastung provoziert werden. Bei Untersuchung fällt ein ganz umschriebener Druckschmerz in Projektion auf das Mondbein auf. (in den zentralen Bereichen des Handgelenkes) Wird der Mondbeintod nicht in den frühen Stadien erkannt, kommt es allmählich zu einem langsamen Zerfall des Mondbeines (Fragmentation). Diese Fragmentation führt zu einem immer mehr zusammenbrechenden Mondbein. Im letzten Stadium der Erkrankung bricht dann auch das gesamte Gefüge der Handwurzel zusammen und es entsteht eine Handgelenksarthrose.
Bei Arbeiten an Presslufthämmern oder vergleichbaren Werkzeugen ist das Mondbein besonders belastet, da die Elle wie ein Teleskop hin und her federt und daher eine unphysiologische Beanspruchung des Mondbeines verursacht. Eine weitere ergänzende Ursache kann die Störung der Blutversorgung darstellen. Bei Arbeiten in leichter Streckstellung des Handgelenkes kann die Durchblutung des Knochens durch die Schwingungsbelastung gestört werden, und hierdurch zusätzlich die Mondbeinnekrose gefördert werden. Bei gutachterlicher Untersuchung ist zum Einen zu differenzieren, ob überhaupt ein Mondbeintod vorliegt, oder ob es sich um eine Zyste, zum Beispiel infolge eines im Mondbein befindlichen Ganglions, handelt. Des Weiteren ist hier abzuwägen, ob hier eine – meist beidseitige – Disposition vorliegt. Eine solche Disposition ist die ausgeprägte Minusvariante der Elle (hierbei sind Speiche und Elle nicht gleich lang; anders ausgedrückt: Die Elle ist gegenüber der Speiche deutlich verkürzt) Bei der Abwägung, ob der Mondbeintod auf Arbeiten mit Druckluftwerkzeugen zurückzuführen ist, liegt im zeitlichen Auftreten erster Symptome. So ist ein Mondbeintod im Stadium I oder II, der nach mehr als 5 Jahren entdeckt wurde, nachdem die gefährdende Tätigkeit aufgegeben wurde, nicht mehr auf die berufliche Tätigkeit zurückzuführen. Hierzu ist aus medizinischer Sicht anzumerken, dass unbehandelt der Mondbeintod in den ersten Stadien schicksalhaft fortschreitet und sich innerhalb weniger Jahre bereits das Stadium III (Größenverringerung des Mondbeins) einstellt. Auch bei dem Sonderfall Mondbeintod im Zusammenhang mit der BK 2103, sind die übrigen, gefährdeten Gelenkabschnitte röntgenologisch zu untersuchen. Ein zusätzliches Betroffensein eines weiteren Gelenkes ist sicherlich ein gewichtiges Pro-Argument bei der Zusammenhangsbeurteilung. |
Bei Arbeiten an Presslufthämmern oder vergleichbaren Werkzeugen ist das Mondbein besonders belastet, da die Elle wie ein Teleskop hin und her federt und daher eine unphysiologische Beanspruchung des Mondbeines verursacht. Durch die wiederholte Mikrotraumatisierung kann es zum Absterben des Mondbeines (Mondbeintod, Lunatummalazie) kommen. Für die Begutachtung wichtig ist der zeitliche Zusammenhang und individuelle Besonderheiten des Handgelenkes: So ist ein Mondbeintod im Stadium I oder II, der nach mehr als 5 Jahren entdeckt wurde, nachdem die gefährdende Tätigkeit aufgegeben wurde, nicht mehr auf die berufliche Tätigkeit zurückzuführen. Gegen einen Zusammenhang spricht ein beidseitiges Vorkommen des Mondbeintodes (Lunatummalazie) sowie eine ausgeprägte Minusvariante der Elle |
| BK-2103 Grundlagen Vorkommen Ellenbogen Handgelenk Schulter Kahnbein Mondbein Gelenkkörper |
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| Dr. Kurt Steffens ehemaliger Chefarzt Handchirurgie Kath. Kliniken Heidbergweg 22 45257 Essen Tel. 0173 2683610 |